Old Fashioned: So mixt Du den Cocktail-Klassiker

von Jannik Degner

In einer Bar bestelle ich in der Regel zuerst einen Old Fashioned. Dabei handelt es sich um einen wahren Cocktail-Klassiker, der aus Whisky, Zucker, Cocktails Bitters und Orangenschale besteht. Denn diese vier Zutaten ergeben – im richtigen Verhältnis gemixt – einen unglaublich guten Drink. Und daran kann man die Qualität einer Bar direkt erkennen.

Damit Du aber in Zukunft gar nicht mehr auf die Bar um die Ecke angewiesen bist, habe ich hier den ultimativen Old Fashioned Ratgeber für Dich entwickelt. Welchen Whisky kann man verwenden? Brauche ich Zuckerwürfel oder Zuckersirup? Gibt es Variationen vom Old Fashioned? Und was ist eigentlich mit der Cocktailkirsche?

Ich habe Antworten für Dich – aber erstmal kommt jetzt etwas Background und natürlich das Basisrezept für den Old Fashioned.

Die Geschichte hinter dem wohl ersten Cocktail der Welt

Der Old Fashioned gilt als ältester und erster Cocktail der Welt. Erstmals gemixt wurde er vermutlich schon im 18. Jahrhundert. Erwähnt wird der Drink um 1862 zum ersten Mal – und zwar vom Barkeeper Jerry Thomas.

Auch wenn sich der Drink im Laufe der Jahrzehnte immer ein wenig verändert hat, sind die Grundbestandteile immer gleich geblieben. Allerdings war der Name noch ein anderer, denn zu seiner Entstehung hieß der Drink schlicht und einfach „Whisky Cocktail“.

Es wird vermutet, dass sich das Rezept und die Aromatisierung aus der Not heraus entwickelt hat. Um nahezu ungenießbaren Whisky genießbarer zu machen, wurde er mit Zucker, Bitters und Zitronen aromatisiert. Daher war der Drink zu Zeiten der Prohibition in den Vereinigten Staaten auch sehr beliebt – denn schlechten, selbstgebrannten Whisky gab es damals ziemlich viel.

Das Basisrezept für den Old Fashioned

Hier kommt das Basisrezept für einen guten Old Fashioned.

Old Fashioned

Old Fashioned

In einer Bar bestelle ich in der Regel zuerst einen Old Fashioned. Dabei handelt es sich um einen wahren Cocktail-Klassiker, der aus Whisky,… Whisky Old Fashioned: So mixt Du den Cocktail-Klassiker European Drucken
Portionen: 1 Vorbereitungszeit: Kochzeit:
Nährwerte pro Portion: 200 Kalorien 20 grams Fett
Bewertung 5.0/5
( 2 abgestimmt )

ZUTATEN

  • 6 cl Scotch / Rye / Bourbon Whisky
  • 1 cl Zuckersirup
  • 3 Dashes Cocktail-Bitters (beispielsweise Angostura)
  • 1 Zitruszeste
  • 1 Orangenzeste

ZUBEREITUNG

  1. Zuckersirup mit Cocktail-Bitters verrühren und den Whisky dazugeben.
  2. Alles auf Eis verrühren und nach Bedarf etwas Soda hinzugeben.
  3. Die Orangen- und Zitronenzeste leicht drehen und über den Glasrand streichen und danach in den Drink geben.
  4. Umrühren und auf viel Eis servieren.

Diese Zutaten brauchst Du für einen Old Fashioned

Wie Du siehst, besteht der Old Fashioned aus nur vier verschiedenen Zutaten. Aber schon geringfügige Änderungen an Inhalt oder Menge können große Auswirkungen auf die Qualität und den Geschmack des Drinks haben.

Ein Old Fashioned mit einem Rye schmeckt beispielsweise anders als mit einem Scotch. Auch bei den Cocktail-Bitters kannst Du variieren und beispielsweise Chocolate Bitters oder Tonic Bitters (beispielsweise von The Bitter Truth) verwenden.

Welcher Whisky für Old Fashioned?

Whisky ist nicht gleich Whisky. Und das gilt umso mehr im Old Fashioned. Werfen wir also einen Blick darauf, welche Whiskysorten Du für Deinen Whisky Old Fashioned verwenden kannst.

Welcher Whisky für Old Fashioned?

Für Deinen Old Fashioned hast Du die Wahl zwischen:

  • Scotch vom Festland – beispielsweise Glennfiddich, Aberlour oder Glenmorangie. Geschmacklich nicht schlecht, allerdings bevorzuge ich einen Scotch in der Regel pur. Die Cocktail Bitters können bei einem hochwertigen nicht-rauchigen Scotch schnell die subtilen aromatischen Nuacen überdecken. Dennoch einen Versuch wert.
  • Islay Sotch – beispielsweise Bowmore, Laphroiag oder Caol Ila. Der Rauch von Islay-Whiskys verträgt sich überraschend gut mit der Süßem des Old Fashioned und dem würzigen Aroma der Bitters. Unbedingt ausprobieren. Allerdings nicht zu rauchige Whiskys nehmen – mit einem Ardbeg Uigeadail oder ähnlichen stark rauchigen Whiskys würde ich den Old Fashioned eher nicht empfehlen.
  • Bourbon Whisky – beispielsweise Jack Daniels, Bullet Bourbon oder Maker’s Mark. In vielen Büchern als klassische Spirituose für den Old Fashioned erwähnt. Geht auf jeden Fall klar – allerdings kommt die Süße vom Bourbon recht deutlich durch.
  • Rye Whisky – mein Favorit für den Old Fashioned. Das getreidige Aroma des Rye Whisky harmoniert sehr gut mit den Cocktail Bitters und dem Zucker. Die Orange rundet den kräftigen Geschmack subtil ab. Auf jeden Fall ausprobieren.

Zucker, Zuckerwürfel oder Zuckersirup für den Old Fashioned?

Ein Old Fashioned braucht Süße. Wenn Du ihn in der Bar bestellst, wird der Barkeeper vermutlich einen Zuckerwürfel mit Angostura oder einen anderen Bitter tränken und dann zusammen mit dem Whisky in einem Rührglas auf Eis auflösen. Das dauert in der Regel recht lange, da Zucker in Alkohol nur schwer löslich ist.

Aber Rettung naht: In Form von Zuckersirup!

Es geht darum, dem Drink eine subtile Süße mitzugeben. Und da ist es gleich, ob Du kristallinen Zucker, Zuckerwürfel oder eben Zuckersirup verwendest. Der Vorteil an der flüssigen Variante ist die gute Dosierbarkeit sowie die ideale Mischbarkeit mit der Spirituose

Welche Cocktail-Bitters für den Old Fashioned?

Bei den Cocktail-Bitters hast Du die Qual der Wahl. Auch hier gibt es verschiedene Hersteller und verschiedene Geschmacksrichtungen. Ich verwende meist die Produkte von Angostura und The Bitter Truth.

Cocktail Bitters

Die klassischsten und beliebtesten Bitters sind:

  • Angostura Aromatic Bitters
  • Angostura Orange Bitters
  • Peychaud’s Aromatic Bitters
  • The Bitter Truth Aromatic Bitters

Interessant sind auch die verschiedenen Varianten von Cocktail Bitters. Mein Favorit zur Weihnachtszeit ist beispielsweise ein Old Fashioned mit Bourbon und Orangenzeste sowie 3 Dashes Chocolate Bitters. Super lecker und dezent schokoladig.

Wasser hinzufügen oder nicht?

Wenn Du Deinen Old Fashioned mit Zucker oder Zuckerwürfel mixt, dann empfehle ich Dir:

  1. Die Verwendung eines Rührglases um zu verhindern, dass nicht aufgelöster Zucker in Deinem Drink landet.
  2. Die Zugabe von etwas Soda zum Whisky, um das Auflösen des Zuckers zu vermeiden.

Wenn Du Zuckersirup verwendest, ist die Zugabe von Wasser nicht unbedingt notwendig. Gerade die Eiswürfel geben eine Menge Schmelzwasser ab und verdünnen Deinen Drink damit auf natürliche Art und Weise.

Orangenzeste, Zitronenscheibe oder ne ganze Limette?

Von einer ganzen Limette würde ich dringend abraten. Von einer Zitronenscheibe oder sonstigen fruchtigen Bestandteilen ebenfalls. Es geht nur darum, dem Drink ein leichtes Zitrusaroma hinzuzufügen.

Zitronen, Limetten & Orangenzeste

Das gelingt am Besten mit einer Zitronenzeste und einer Orangenzeste. Beim Abschneiden der Schale bitte darauf achten, dass keine weißen Bestandteile daran sind, da diese Bitterstoffe enthalten.

Die Zesten kurz andrehen, über dem Drink leicht auspressen und über den Glasrand streichen. Dann zum Drink zugeben.

Was ist mit der Cocktailkirsche im Old Fashioned?

Auf zuckrige, gefärbte Cocktailkirchen würde ich verzichten. Das macht den Drink nicht unbedingt besser. Zusammen mit selbstgemachten Maraschinokirschen sieht das vielleicht anders aus – allerdings bringt die Kirsche auch eine ganz dezente Aromatik mit in den Drink, der nicht wirklich notwendig ist.

Ich halte es daher ganz puristisch und verzichte auf die Cocktailkirsche in meinem Old Fashioned.

Eiswürfel oder Crushed Ice für einen Old Fashioned?

Klare Antwort: Eiswürfel – und zwar so groß wie möglich.

Crushed Ice schmilzt zu schnell und verwässert Deinen Drink zu stark. Außerdem wird der Old Fashioned ohne Strohhalm getrunken – und wer will schon ständig Crushed Ice im Mund haben.

Gerührt, geschüttelt oder geshaked?

Einen Cocktailshaker brauchst Du nicht, da der Old Fashioned nur verrührt wird. Das kann wahlweise direkt im Old Fashioned Glas erfolgen oder aber in einem Rührglas.

Gerade bei der Verwendung von Zucker ist ein Rührglas empfehlenswert. Mit Zuckersirup mixe ich den Drink immer direkt im Old Fashioned Glas.

Old Fashioned mit Erdnüssen

Variationen vom Old Fashioned mit Rum, Tequila oder Cognac

Wusstest Du, dass ein Old Fashioned auch mit verschiedenen anderen Spirituosen funktioniert? Das hängt damit zusammen, dass es sich beim Old Fashioned eher um eine Zubereitungsart als um einen eigenständigen Drink handelt.

Du kannst in vielen Bars beispielsweise einen:

  • Bourbon Old Fashioned
  • Rye Old Fashioned
  • Scotch Old Fashioned
  • Rum Old Fashioned
  • Cognac Old Fashioned
  • Tequila Old Fashioned

und weitere Drinks bestellen. Besonders gut funktioniert die Old Fashioned Zubereitung aber mit kräftigeren, dunklen Spirituosen wie einem alten Rum oder einem aromatischen Cognac. Der Tequila Old Fashioned ist auch durchaus interessant – wenn auch gewöhnungsbedürftig – braucht aber einen dunkle, fassgelagerten Tequila.

Was meinst Du? Den Old Fashioned selber mixen oder doch lieber in der Cocktailbar Deines Vertrauens genießen? Schreib‘ mir Deine Meinung und Deine besten und schlimmsten Old Fashioned Erfahrungen doch gleich in die Kommentare …

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